Gute Nachtgeschichte

Kleine Gutenacht-Geschichte
zur Jahreshauptversammlung 2004

Jahreshauptversammlung der Mainhattan Wheelers am 06. März 2004 in Bad Soden. Eigent-lich eine ganz normale Angelegenheit für den Verein. Aber, es gab wie immer eine kleine außergewöhnliche Begebenheit, die es wert ist, das man darüber berichtet:

Unser Münchner Kindl, der Stefan Hartl, gab Anlass zum nachdenken und grübeln. Er kam nämlich etwas später und im Gepäck einen geliehenen Lkw von Mitsubishi sowie ein Firmenfahrzeug in dessen Inneren. Den Lkw sollte er bei Diamant Motorwelt abgeben und mit dem Firmenfahrzeug wollte er wieder nach München zurück fahren. Gute Idee! Jetzt muss nur noch das Auto vom Lkw und schon kann es los gehen. Durch einen Anruf am Nachmittag bei Jürgen Meyer konnte dieser schon mal über die Lösung „abladen“ nachdenken. Weit gefehlt – es fiel kein Platz ins Auge, der eine Rampe o.ä. besitzt, wo man auch ein Auto wieder runterfahren kann. Aber es gibt ja immer eine Lösung bei den Wheelers und etwa gegen 23.40 Uhr war ein Plan gefasst.
Jürgen Meyer meinte, beim Lagerplatz seiner Firma seien große Holzbohlen vorhanden, die man eventuell als Rampe anlegen könnte, dass müßte eigentlich funktionieren. Nach dem Abschied von den anderen die noch zu dieser späten Stunde da waren, ging das Abenteuer los. Jürgen und Dolores, Stefan mit Lkw und Inhalt sowie Herr und Frau Waschbär zum Schluß.

In dieser Reihenfolge sind wir auch angekommen, durchs Wohngebiet zum Abstellplatz von Jürgens Firma! Nach kurzer Überprüfung der Lage stellten wir fest, dass alles ordentlich abgeschlossen ist u n d wir sind auch nicht unentdeckt geblieben! Das Wetter spielte ja auch mit, große Schneereste, leichter Nieselregen, stockdunkel und kalt. Die ideale Situation und uns gegenüber die Nachbarn in ihrer hell erleuchteten Wohnung und mit Sicherheit war es bei diesen schön warm. Wir wurden natürlich beobachtet und in unseren Köpfen setzte sich die Tatsache fest, dass wir eventuell mit Polizeibesuch rechnen müßten. Aber egal, wir konnten ja unser Vorgehen erklären, logisch – denn unser Verhalten war ja wohl nicht ganz normal!

Nach kurzen Umsehen stellten wir fest, eine Leiter ist nicht vorhanden, Jürgen jumpte mal über den Zaun, da war aber auch keine, zack wieder zurück. Also selbst eine bauen – Räuberleiter. Jürgen wie ein „Äffchen“ gestützt und geschubst von Herrn Waschbär rauf auf Stefans Schultern und mit kurzer Kraftanstrengung auf den Dachboden, der über den beiden Garagen ist. Klasse, Licht war dort ja vorhanden – Vorteil für Jürgen, sonst hätte der mit Taschenlampe suchen müssen. Wir vier anderen standen unten und hörten Jürgen Holz stapeln und verschieben. War ganz nett. Dann endlich eine Holzbohle, die Länge war ok und dick genug war sie auch. Also dann Lkw rangiert an einen etwas ansteigenden Weg auf dem Gelände und dann versucht, die Bohle anzulegen. Geklappt. Jürgen sucht immer noch, ahh jetzt ist wieder eine Bohle da, leider etwas länger aber genauso dick. Wird schon funktionieren. Dolores hat Jürgen gebeten, doch noch ein bischen zu suchen. Er war ja auch der Meinung das da jede Menge Holzbohlen liegen müssten. Die Nachbarn haben auch alles gesehen, was die wohl jetzt denken?

Egal, wir müssen weiter machen. Die Bohlen werden so gut es geht angelegt. Frau Waschbär wird gerufen, die muss sich auf eine Bohle vorne drauf stellen, damit diese nicht wegrutscht (war ja überall Schnee). Herr Waschbär nimmt die andere Seite und peilt, ob das Auto mit den Reifen auch richtig drauf kommt. Dolores kommt jetzt auch heran, will ja nichts verpassen. Jürgen haben wir auf den Dachboden gelassen.
Es wurden dann noch ein paar dicke Baumstammklötze geholt zum unterlegen, damit die Bohlen sich nicht so biegen.
Ahh, da kommt ja auch Jürgen – hat es auf dem Dachboden nicht mehr ausgehalten – ist einfach runtergehangelt (mit reiner Muskelkraft) und das letzte Meterchen einfach gesprungen.

Er hats aber gut überstanden. Jetzt begann der Akt. Alles atmete tief ein und schaute gespannt auf das sich langsam bewegende Fahrzeug. Bleibt es in der Spur, rutscht auch nichts weg, langsam ganz langsam und nach und nach kommt das Fahrzeug die Bohlen herunter. Die Bohlen biegen sich ganz schön und dann knackt und knistert es. Luft anhalten und volle Konzentration. Dann endlich ist das Fahrzeug draußen auf sicherem Boden und die lange Bohle gibt ein böses Knacken von sich. Hurra, die Bohle hat wohl einen Knacks (uns doch egal!) aber die Hauptsache das Auto ist draußen. Kurze Lagebesprechung, die Bohlen und Klötze werden wieder weggeräumt und der Herr Nachbar steht auch auf der Straße. Was ihn wohl bewogen hat seine helle und warme Wohnung zu verlassen? Wir können es uns auch nicht zusammenreimen, denn schließlich haben wir uns nichts vorzuwerfen. Kurze Besprechung und Einteilung, wer welches Auto fährt. Dann hören wir auf einmal Frau Nachbar, die ihren Mann auffordert, die Autokennzeichen zu notieren. Oh, oh, Signal für Dolores mal zu dem Mann hinzugehen und eine kurze Erklärung abzugeben. Und schwupps zog sie auch schon von dannen. Sie muss gut und überzeugend gewesen sein, denn Herr Nachbar machte keine Anstalten unseren Konvoi aufzuhalten und ab ging die Post nach Frankfurt.

Da die Waschbären von dieser Seite aus den Weg nicht genau kannten, setzten sich Jürgen und Dolores an die Spitze als Scout. Stefan im Lkw, Frau Waschbär im Galant und zum Schluß Herr Waschbär im Firmenfahrzeug von Stefan - wie er damit einig wird, muss er selber sehen. Frau Waschbär war es etwas mulmig im Bauch. Sie fährt doch ungern im dunkeln und dann noch bei Nieselregen und Frankfurt! Aber wer A gesagt hat muss auch B sagen. Also kurz durchatmen und los gings. Die Anweisung für mich: „Du klemmst Dich hinter den Lkw und fährst überall durch“! Gesagt, getan und meine Scheibenwaschanlage mußte ganz schön herhalten. Denn durch den Nieselregen kam ganz schnell eine weiße Schicht auf die Scheibe und wer schon wenig sieht, muß ja klare Sicht schaffen. Also schön im Konvoi durch halb Frankfurt – gott sei dank haben die Ampeln alle mitgespielt und wir haben uns nicht verloren. Endlich hatten wir die Hanauer Landstraße erreicht, kurze Fahrt, dann die Fahrbahnseite wechseln und wieder in die entgegengesetzte Richtung ah, jetzt sieht man Diamant Motorwelt. Puhh, eine böse Plackerei. Alle ordentlich geblinkt und nichts wie ab auf den Parkplatz. Frau Waschbär ist ausgestiegen und war ordentlich stolz auf sich. Alle anderen haben natürlich gelacht. Die waren ja auch nicht in Gefahr vielleicht verloren zu gehen.
Noch ein kurzes Beisammensein, Stefan warf seine Papiere und Schlüssel in den dafür vorgesehenen Briefkasten ein und dann ein kleines Dankeschön bei allen. Mittlerweile war es 0:45 Uhr und wir wollten uns mal alle auf die Socken machen. Stefan hatte ja die längste Fahrt noch vor sich und arbeiten mußte er auch noch an dem Tag. Da sage ich nur „armes Schwein“. Familie Waschbär und Stefan fuhren noch eine kleine Weile die gleiche Strecke, kurzes „hupen“ von Stefan und die Waschbären fuhren nach rechts weg. Auf dem Heimweg hatte Herr Waschbär schlechte Karten. Er mußte sich nach kurzer Zeit daran gewöhnen, ohne Wasser aus der Scheibenwaschanlage zu fahren. Tja, irgendwann wird auch der größte Behälter mal leer – aber keine Angst, der Behälter war ja auch nicht mehr voll!!!RB

Die Wheelers Wandeln auf neuen Pfaden
Weihnachten 2006 Lindlar